Samstag, 12. Dezember 2009

Das Ende...

Schlimme Nachrichten in den letzten Tagen.
Eine Bekannte mit Krebs im Endstadium. Eine andere hat sich umgebracht wegen unerträglicher Schmerzen.
Ich habe beide Frauen nicht wirklich gekannt, dennoch berührt es mich. Plötzlich nimmt das Leben eine Wendung in die Verzweflung, in die Hilflosigkeit und die Ohnmacht, in die Angst.
Und plötzlich ist alles vorbei.

Einmal mehr gibt mir das zu denken, dankbarer zu sein für das, was ich habe und bin. Grosszügiger zu sein gegenüber den Menschen, die ich liebe. Frei lassen, leben lassen.

Donnerstag, 19. November 2009

Muppets

Heute eine kleine Reise in die Vergangenheit.
Im zarten Alter von 17 war ich mit einem "richtigen Freak" zusammen. Das war 1977 ... öhm.
Ein "richtiger Freak" war damals ein Mensch mit langen Haaren, Lederkluft und einem Motorrad, wahlweise ein alter Mercedes.
Ich erinnere mich an Dire Straits, damals wohl die Krone der Progressivität. Und ich erinnere mich an das Ritual, am Samstag nachmittag zu einem Freund zu fahren, dort gemütlich einen Joint zu bauen und dann, während wir auf dem Sofa abhingen, lief die "Muppet Show".
Und dann das Gekichere und Gegackere und nicht mehr aufhören können...soooo lustig.
Und deshalb hier eine klitzekleine Kostprobe:




Und dann fiel mir noch ein, dass dieser Freund gern Frauenkleider trug und sehr sexy aussah. So schmal und zart ..und...hach...
Und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Frühe Prägungen sollte man nicht unterschätzen...lach..

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Nan Goldin

"Am Anfang meiner Arbeit stand die Erkenntnis, dass Menschen, die sonst überhaupt keine Gemeinsamkeiten haben, sich auf einer sexuellen Ebene anziehen. Sie tun einander nicht gut, was dem Sex eine umso größere Bedeutung beimisst. Es ist wie eine Sucht, miteinander zu schlafen, womit man sich alle möglichen Katastrophen einhandelt. Aber Menschen wählen die Abhängigkeit, weil sie sich gut dabei fühlen. Das vergessen wir gerne, wenn wir über Süchtige reden."
Nan Goldin hasst das modische Gerede von der Ko-Abhängigkeit, bei der jemand, der mit einem Süchtigen zusammenlebt, dessen Sucht bald so behandelt wie der Süchtige selbst. Mittlerweile gibt es viele Bücher mit Ratschlägen, wie man sich solchen verflochtenen Abhängigkeitsverhältnissen entziehen kann. "Aber ich habe überhaupt nichts gegen diese Form der Bindung", sagt sie. "Es ist bei Paaren nun mal so, dass einer immer abhängiger vom anderen ist als umgekehrt. Der Ursprung des Wortes ist positiv besetzt: an jemandem hängen. Das ist aber mit Abhängigkeit, wie wir sie verstehen, nicht gemeint. Der negative Beiklang entsteht, weil wir von Beziehungen reden, die ohne seelische, emotionale Bindung sind."

Sonntag, 4. Oktober 2009

Herbst

Noch ein letzter warmer sonniger Morgen am geöffneten Fenster. Etwas weniger warm bereits, etwas windiger.
Die ersten Blätter treiben bereits über die Strasse.

Über den Sommer nachsinnen, was ich erlebt habe, die wunderbaren, die beglückenden Momente, der Vollmond über den Weinbergen, der grosse Frieden in mir, als ich dich halten durfte, die Gischt des Meeres, das Toben und Zischen, die erregendste Party des Jahres, wunderbar ergreifende Sätze meiner Lieblingsautorin, die neuen und alten Freundschaften, der Abend, an dem ich mich ausgeschüttet habe vor Lachen und nicht mehr aufhören konnte, das immer wieder Dazulernen, was Dominanz bedeutet und die Gespräche darüber, die Tränen und die Wut und die Verzweiflung und die Einsamkeit....

JA. Immer wieder: JA !

Freitag, 24. Juli 2009

Wiedeking kriegt einen goldenen Handschlag von 50 Mio dafür, dass er Porsche aus Grössenwahn verzockt hat. Fussballer Ronal-irgendwas ist für einen Transfer inzwischen eine Milliarde wert. Der Manager von der HSH-Bank bekommt eine Abfindung von ca 2 Mio, weil es so in seinem Vertrag steht. Die Nobelrestaurants in der Frankfurter City haben von der Krise nichts gespürt. Die Verträge für die Endlagerung von Atommüll sind geheim, dh nicht einmal der Bundestag hat Einsicht. Obwohl genau diese Endlagerung vom Staat bezahlt werden muss. Deshalb ist Atomstrom so "billig".

Diese Liste an WAHNSINN könnte endlos fortgesetzt werden.

Mich wundert immer wieder, dass es so ruhig ist..

Mittwoch, 22. Juli 2009

Paris

Heute die Tickets gekauft. Unschlagbar günstig, und somit eine Einladung für eine Reise in die Vergangenheit.
Das letzte Mal war ich vor 7 Jahren dort. Und davor ungezählte Male. Immer und immer wieder. Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt, so wie es mir heute mit Berlin geht.
Ich besuche also eine "alte Liebe". Wochenlang habe ich in meinem Geldbeutel ein unbenutztes Metroticket herumgetragen. Damit ich bei seinem Anblick an die schönen Zeiten erinnert werde.
Und wie es so ist bei alten Lieben, fragt man sich, ob sie noch bereit sind, einem die Geborgenheit zu geben, der man sich früher entzückt hingegeben hat. Da war so viel zu entdecken und zu erkunden, so viele fremde Gerüche, Geräusche und Bilder.
Irgendwann war sie so vertraut, dass man sie verschmäht hat ob ihrer Bekanntheit. Jugend eben....
Aber jetzt schau ich noch mal, ob ihr unglaublicher Charme noch immer besteht....

Der grosse Karton voller Tickets, Karten und Plänen steht schon zum Stöbern bereit.

Wie gesagt, eine Reise in die Vergangenheit.


Mittwoch, 1. Juli 2009

Intuition

Intuition ist nicht alles. Um ein Urteil fällen zu können, ist immer auch eine rationale Abwägung nötig und wichtig.
Gleichwohl ist Intuition oder anders: die Gefühle anderer spüren zu können, sie spiegeln zu können, enorm wichtig für ein menschliches Miteinander. Was mich verblüfft hat, war die Tatsache, dass es eine Fähigkeit ist, die man lernt. Meist als Kind. Kinder sterben, wenn eine positive Spiegelung ausbleibt, wenn sie nicht das Gefühl bekommen, "gesehen zu werden". Man kann sich in etwa vorstellen, was es bedeutet, an dieser Stelle ein Defizit zu haben: soziale Beziehungen gestalten sich dann schwierig. Die gute Nachricht: Einfühlungsvermögen kann auch in späteren Jahren gelernt werden.
Aber wie gesagt, Intuition ist nicht alles. Immer jedes Gefühl "anzunehmen", das andere einem entgegen bringen, hätte auch verheerende Folgen für die eigene Identität. Dann wäre es nur schwer möglich, sich als eigene Person abzugrenzen. Und sich auch so zu fühlen.
Wenn es nicht anders geht, ist das dann eine rationale Entscheidung.
Kommt drauf an, ob man zu denen gehört, die nur schwer etwas von anderen fühlen können, dann ergibt sich vermutlich eine ganz andere Problematik.
Oder ob man zu denen gehört, die sehr viel von anderen fühlen können. Dann ist das ein gangbarer Weg, um immer wieder zu unterscheiden: was gehört zu mir ? Was kommt vom anderen ?
Eine Übung, die ein Leben lang andauert.....

Sonntag, 28. Juni 2009

Theory of Mind

Ich habe über "Theory of Mind" gelesen. Diese besagt, dass wir schon als Kind die Fähigkeit entwickeln, intuitiv die Gefühlslage anderer Menschen zu erfassen. Diese Fähigkeit ist unabdingbar für menschliche Beziehungen überhaupt. Sogenannte "Spiegelneurone" im Gehirn sind dafür massgeblich.
Ihr Vorhandensein allein macht aber noch keine Intuition. Nur wenn die Möglichkeit besteht, "zu spiegeln", also immer wieder "Ausdruck" zu lernen, auch durch Imitation des Verhaltens anderer, bildet sich diese Fähigkeit aus.
Soweit meine laienhafte, recht oberflächliche Zusammenfassung.

Hintergrund meiner Lektüre ist meine Erfahrung, "Gefühle von anderen zu übernehmen", diese zu spüren, aber zu wissen, dass es nicht meine sind.
Und die Frage bzw die Erkenntnis, dass man als Kind bestimmt Gefühle übernommen hat, die nicht die eigenen waren (und einem nicht gut getan haben). Und die Frage, ob es möglich ist, "alte übernommene Gefühle" wieder zurück an ihren rechtmässigen Platz "zu befördern".

Dienstag, 23. Juni 2009

IPredator

Aus der Süddeutschen von heute:

Pirate Bay will den spurlosen Download möglich machen.

"Pirate Bay ist längst mehr als eine obskure Download-Plattform. Sie ist, vor allem über ihre politische Vertretung, die Piratenpartei, so etwas wie das Zentralsekretariat einer Internationale, die sich der grenzenlosen Freiheit im Netz verschrieben hat.
[...]
Noch ist Ipredator in seiner Erprobungsphase.
[...]
Wir erleben also gerade, dass Pirate Bay auf die harten Strafen mit avancierter Kommunikationstechnik antwortet. Die Möglichkeit zur Anonymisierung massenhafter Kommunikation im Internet wird die Regierungen und Oppositionellen der Welt jedoch aufhorchen und genau hinschauen lassen, wie so etwas funktioniert - und wie man es wieder aushebeln kann.