Intuition ist nicht alles. Um ein Urteil fällen zu können, ist immer auch eine rationale Abwägung nötig und wichtig.
Gleichwohl ist Intuition oder anders: die Gefühle anderer spüren zu können, sie spiegeln zu können, enorm wichtig für ein menschliches Miteinander. Was mich verblüfft hat, war die Tatsache, dass es eine Fähigkeit ist, die man lernt. Meist als Kind. Kinder sterben, wenn eine positive Spiegelung ausbleibt, wenn sie nicht das Gefühl bekommen, "gesehen zu werden". Man kann sich in etwa vorstellen, was es bedeutet, an dieser Stelle ein Defizit zu haben: soziale Beziehungen gestalten sich dann schwierig. Die gute Nachricht: Einfühlungsvermögen kann auch in späteren Jahren gelernt werden.
Aber wie gesagt, Intuition ist nicht alles. Immer jedes Gefühl "anzunehmen", das andere einem entgegen bringen, hätte auch verheerende Folgen für die eigene Identität. Dann wäre es nur schwer möglich, sich als eigene Person abzugrenzen. Und sich auch so zu fühlen.
Wenn es nicht anders geht, ist das dann eine rationale Entscheidung.
Kommt drauf an, ob man zu denen gehört, die nur schwer etwas von anderen fühlen können, dann ergibt sich vermutlich eine ganz andere Problematik.
Oder ob man zu denen gehört, die sehr viel von anderen fühlen können. Dann ist das ein gangbarer Weg, um immer wieder zu unterscheiden: was gehört zu mir ? Was kommt vom anderen ?
Eine Übung, die ein Leben lang andauert.....
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