Donnerstag, 29. Oktober 2009

Nan Goldin

"Am Anfang meiner Arbeit stand die Erkenntnis, dass Menschen, die sonst überhaupt keine Gemeinsamkeiten haben, sich auf einer sexuellen Ebene anziehen. Sie tun einander nicht gut, was dem Sex eine umso größere Bedeutung beimisst. Es ist wie eine Sucht, miteinander zu schlafen, womit man sich alle möglichen Katastrophen einhandelt. Aber Menschen wählen die Abhängigkeit, weil sie sich gut dabei fühlen. Das vergessen wir gerne, wenn wir über Süchtige reden."
Nan Goldin hasst das modische Gerede von der Ko-Abhängigkeit, bei der jemand, der mit einem Süchtigen zusammenlebt, dessen Sucht bald so behandelt wie der Süchtige selbst. Mittlerweile gibt es viele Bücher mit Ratschlägen, wie man sich solchen verflochtenen Abhängigkeitsverhältnissen entziehen kann. "Aber ich habe überhaupt nichts gegen diese Form der Bindung", sagt sie. "Es ist bei Paaren nun mal so, dass einer immer abhängiger vom anderen ist als umgekehrt. Der Ursprung des Wortes ist positiv besetzt: an jemandem hängen. Das ist aber mit Abhängigkeit, wie wir sie verstehen, nicht gemeint. Der negative Beiklang entsteht, weil wir von Beziehungen reden, die ohne seelische, emotionale Bindung sind."

Sonntag, 4. Oktober 2009

Herbst

Noch ein letzter warmer sonniger Morgen am geöffneten Fenster. Etwas weniger warm bereits, etwas windiger.
Die ersten Blätter treiben bereits über die Strasse.

Über den Sommer nachsinnen, was ich erlebt habe, die wunderbaren, die beglückenden Momente, der Vollmond über den Weinbergen, der grosse Frieden in mir, als ich dich halten durfte, die Gischt des Meeres, das Toben und Zischen, die erregendste Party des Jahres, wunderbar ergreifende Sätze meiner Lieblingsautorin, die neuen und alten Freundschaften, der Abend, an dem ich mich ausgeschüttet habe vor Lachen und nicht mehr aufhören konnte, das immer wieder Dazulernen, was Dominanz bedeutet und die Gespräche darüber, die Tränen und die Wut und die Verzweiflung und die Einsamkeit....

JA. Immer wieder: JA !