Samstag, 29. Mai 2010

Home again

Wieder zu Hause, nach fast 3 Monaten Klinik.

Keine Menschen mehr mit abrasiertem Schädel und Narben von Hirn-OPs.
Keine Menschen mehr, die sich nur undeutlich artikulieren können.
Keine Menschen mehr im Rollstuhl.
Keine Menschen mehr, die sich nur eingeschränkt bewegen können.

Nicht, dass ich froh wäre, sie los zu sein.Ohne sie ist nur alles wieder anders. Dort war ich zugehörig, jetzt bin ich wieder Aussenseiter unter den Normalos. Zu denen ich wieder gehören möchte irgendwann; mit dem Wissen, wie zerbrechlich die ganze Existenz ist. Von einem Tag auf den anderen kann sich ALLES ändern.

Den verdammten Rollator habe ich dort gelassen. Ich bin zu jung für sowas. Ich werde Nordic Walking machen mit meinen neuen Stöcken, und für Ausflüge benutze ich einen Gehstock. Noch traue ich mich nicht ohne diese Hilfen in die "freie Wildbahn".

Mein Bett ist das beste der Welt, und zu Hause riecht es auch so gut ! Und draussen scheint die Sonne ! 
Ich hab mir so viel vorgenommen, was ich ändern will. Dabei darf ich nicht vergessen, mich regelmässig auszuruhen, sonst ist alles Training vergebens. Das Ausruhen ist extrem wichtig. Hirn braucht Pausen, um zu lernen.
Und wenn ich bedenke, wie es mir vor 4 Wochen ging, dann sind meine Chancen auf Verbesserung in die Zukunft hochgerechnet recht gut.
Ob und was zurück bleibt, kann keiner sagen. 
Ich drücke mir selbst die Daumen, dass es NICHTS ist !

Und ich bin heilfroh, dass es mich erst mit knapp 50 umgehauen hat. Ich glaube, so etwas ist in jüngeren Jahren sehr viel schwerer zu ertragen, weil man noch nicht so viel erlebt hat und sich um das Leben betrogen fühlt. So empfinde ich zum Glück nicht.

Ein Buch, passend zu meiner Situation und genial geschrieben, das ich jedem empfehlen kann, der sich mit "Gehirn" auseinander setzen möchte:

Richard Powers, Das Echo der Erinnerung


Sonntag, 9. Mai 2010

Heute morgen

zum ersten Mal das deutliche Gefühl, ich komme drüber weg. 
D. hat mir geholfen, ohne es zu wissen.