Donnerstag, 11. November 2010

Schieflage

Wenn ich mich, so wie jetzt, auf den Weg mache, raus zu finden, was mir wirklich gut tut und was nicht, gerate ich in eine gewisse emotionale Schieflage, weil ich auf jede kleine Regung achte. Aber das muss wohl so sein - vorübergehend.

Der Aufenthalt in Zürich hat mir gut getan. Es war so harmonisch, Zeit miteinander zu verbringen. Ich musste mir keine Gedanken machen, sondern konnte einfach "sein". Auch gelegentliches Schweigen war nicht peinlich. Das war sehr schön und entspannt.
So etwas hätte ich gern öfter.

Heute morgen fühle ich mich dagegen etwas allein, weil das da, wo ich es mir wünsche, nicht möglich ist. Und gestern wieder nur blödes Gelaber vorgeherrscht hat. Oberflächlicher Stumpfsinn. Jedesmal hatte ich gehofft, es wäre mal anders. Aber da ist nichts bzw das, was da ist, gefällt mir nicht. So dumm und oberflächlich. 
Und das kann ich nicht mehr ertragen. Ob ich das jemals wieder kann, auch, wenn meine extreme Phase vorbei ist, bleibt dahingestellt. Ich glaube nicht.

Alle Rollen, die ich bisher in meinem Leben übernommen habe, muss ich mit neuem Leben füllen, neu definieren, und mich fragen, ob ich das noch will, ob ich mich damit noch wohl fühle.
Das ist nicht ganz einfach, weil ich alles neu bewerte. Nichts ist mehr selbstverständlich. 
Und dann versinke ich in einem Schweigen, einem undefinierten Raum, weil ich einfach gerade nichts zu sagen habe. Niemandem. Alle sind weit weg, in meinem "alten Leben". Was davon gehört noch zu mir, was nicht ?
Ich werde länger brauchen, um das raus zu finden. Ich brauche Zeit, mehr Zeit, auch auf der Arbeit. Überall.

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