Ein ganz erstaunliches Jahr.
Politisch und gesellschaftlich brauche ich dazu nichts zu sagen. Das kann jede seriöse Tageszeitung besser als ich.
Nur so viel : die Verwertungsinteressen haben uns alle fest im Griff und wir zahlen sogar für unsere Abhängigkeit. Der Primat des Geldes beherrscht alles ohne Ausnahme.
Nur ein kleines Beispiel: Die Bahn hat 200000 Leute Personal abgebaut, weil sie ja dringend an die Börse "mussten". Und jetzt bei dem Wetter ist eben keiner mehr da, der rasch genug die Weichen enteist. Und der Wagenpark ist auch dezimiert worden, um Wartungskosten zu sparen. Da gibt es eben keine zusätzlichen Züge mehr !
Und warum das alles ? Weil Zahlen, weil Geld wichtiger ist als der ursprüngliche Auftrag, Menschen rasch und bequem zu befördern. Das ist nur noch ein Mittel zum Zweck.
Und diese "Mittel zum Zweck" gibt es in vielen Bereichen. Alles muss "optimiert" werden, um es noch besser verwerten zu können.
Hin zu meinem kleinen bescheidenen persönlichen Leben :
Am Ende diesen Jahres geht es mir besser als am Ende des letzten Jahres. Was mich doch einigermassen überrascht, da ich ja inzwischen chronisch krank bin. Seit März, um genau zu sein.
Aber offenbar ist das nicht entscheidend, um glücklich zu sein.
Denn das bin ich inzwischen. Das Leben hat eine ganz ungeheure Qualität gewonnen, seit ich krank bin.
WB sagt, dass es später im Leben zu einer inneren Ablösung von den Eltern kommt, von den Strukturen, Vorgaben und Prägungen. Nicht für jeden. Viele können ihr Elternhaus nie hinter sich lassen und wenn sie noch so weit weg ziehen. Es wird trotzdem "dagegen" gelebt, also in Unfreiheit.
Gerade laufen 60er und 70er im Radio...Luftgitarre...hey !
Ich weiss nicht, ob dieser Prozess durch die Krankheit für mich ausgelöst wurde. Keine Zwänge mehr, kein Leiden, keine Einsamkeit. Das Elend ist durchaus noch spürbar und es gehört zu mir, aber ich muss es nicht mehr leben.
Was ich jetzt leben will, weiss ich noch nicht, kann ich auch nicht wissen. Ich spüre nur den Verlust an alter Struktur, der zugleich meine neue Freiheit ist. Und das geniesse ich.
Noch ein paar schöne intensive Jahre, das wünsch ich mir !
Ich werde wieder nach Berlin fahren, meiner "Herzheimat", das brauche ich. Vielleicht wieder Klavier spielen. Meine Musikbibliothek erweitern. Hörspiele. Fotografieren. Es gibt so vieles....
Und mit Bedacht die Menschen auswählen, mit denen ich Zeit und Nähe teilen will.
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