Ausstellung in Berlin
Diese Bilder haben mich sehr beeindruckt, weil sie so alltäglich scheinen und so ungestellt, und dadurch abbilden, "wie es ist". Die Menschen in den Bildern sind fragile Wesen, verletzbar und von teilweise ätherischer Schönheit. Einer Schönheit, die nicht gestellt ist, inszeniert, sondern durch alle Schrecken der Sucht und der Abhängigkeit hindurchscheint.
Menschen, deren Identität nicht auf das Geschlecht reduziert ist, oder die zu sogenannten Randgruppen zählen.
In der Ausstellung gab es auch einen Film, der das grosse Sterben durch AIDS gezeigt hat, die vielen Freunde, die sie verloren hat.
Sie sagte in dem Film sinngemäss, sie habe immer gedacht, wenn sie die Menschen, die sie liebt, ganz oft fotografiert, dann kann sie sie nicht verlieren. Aber am Ende habe genau das gezeigt, was sie alles verloren hat.
Das ist so ein kindlicher Gedanke, etwas Magisches. Ich banne dich auf ein Bild und du bleibst bei mir. Das hat mich sehr berührt, dieses Bemühen, der Vergänglichkeit ein Schnippchen schlagen zu wollen. So vergeblich und doch so schön.
Die Suche nach Glück, und sei es nur für einen Moment, ist in den Bildern festgehalten. Und die Einsamkeit in diesem Bemühen, und der Preis, der dafür manchmal gezahlt wird.
Und in dem Film das Sterben einer grossen Liebe an AIDS, nur noch Haut und Knochen am Ende, der dünne Arm. Und der grosse, kräftige, gesunde Mann küsst seinen kranken, bald toten Freund sanft auf die Stirn.
Vergänglichkeit und die Trauer darüber.
Aber auch Momente der Innigkeit und der Nähe, der Nacktheit, der Blösse.
Das wird mich noch lange beschäftigen.
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