Mittwoch, 25. Mai 2011

Am Meer (2)

Wenn ich ein Meer in der Nähe habe, bin ich glücklich.
Und nicht diese schlappen, an einen weissen Strand plätschernden Wellchen, sondern "was richtiges", mit ordentlich Wind und Seegang. Dann zerzaust es mich und drückt von vorne und jeder Schritt ist Arbeit. Ich liebe das !

Als ich in Dublin gelebt habe, das war eine glückliche Zeit. Wie oft bin ich in rumpelnden, schwankenden Doppeldeckern nach Howth rausgefahren, auf die Halbinsel, den kleinen Hügel erklommen - und Meer nach allen Seiten. Die Möwen kreischen, so wie hier, es riecht nach Tang.

Vermutlich liegt es daran, dass ich viele Tage meiner Kindheit am Meer verbracht habe, meist Ausflüge gemacht mit meiner Oma. Nach Helgoland geschippert, am Deich rumgetobt, Schiffe bestaunt. Mit meinem Vater und meinem Onkel am Strand gezeltet und Fische am Lagerfeuer gebraten. Ganz grosses Abenteuer ! Und im Sommer, wenn es mal heiss war, mich in die Brandung geworfen, stundenlang.

Das alles fiel mir ein, als ich eben am Deich war.

Etwas bleibt für immer, das wilde Gurgeln und Rauschen, die Kraft, das Brüllen des Meeres. Ja, es kann brüllen und manchmal hört man es kilometerweit.

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