Donnerstag, 29. September 2011

Einer liebt immer mehr

Das ist meistens so. Es gibt keine Gleichheit.
Die Frage ist nur, warum die eine Seite ständig betonen muss, NICHT zu lieben, während die andere Seite ständig beteuert, dass ihr das nichts ausmache. Und ihr geglaubt wird.
Wer liebt, tut alles, um den anderen nicht zu verlieren. Und dazu dient diese Notlüge. Dennoch: wieso liebt man jemanden, der einen ständig zurückweist?

Und von den anderen Seite: wieso verbringt man seine Zeit mit jemandem, dessen Liebe man sich ständig bemüssigt fühlt, zurückzuweisen - oder zumindest nicht zu teilen ?

Einer liebt immer mehr. Dieses Ungleichgewicht ist scheinbar schwer auszuhalten.
Der, der weniger liebt, sollte seine Wertschätzung und Zuneigung auf andere Weise zeigen - und der, der mehr liebt, sollte versuchen, wenig bedrängend zu sein.
Stelle ich mir vor. Vermutlich naiv.

Einem Freund, der sich als weniger-Liebender gerade getrennt hat, habe ich genau das vorgeworfen: Naivität.
Wie konnte er ihr glauben a) und b) sie ständiger Zurückweisung aussetzen?

Diese Seite kann ich weniger nachvollziehen. Sie hat ein ausbeuterisches Moment, das ich mir selbst ungern eingestehe. Habe ich aber auch schon gelebt....

Meine Phantasie war dann, jeder könne so fühlen, wie er wolle, das ausdrücken, und von einem grundsätzlich positiven Echo ausgehen. Angstfrei ist hier das Stichwort. Natürlich nicht jedem gegenüber - das liegt mir wirklich fern, sondern innerhalb dieser kleinen Beziehungsmonaden.

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