Samstag, 14. Mai 2011

Nein

Nicht zu meinem Nachteil !

Es ist prima, Freunde zu haben, mit denen man über alles sprechen kann und die einen auch gut kennen und nicht schonen. Darüber bin ich sehr froh.

Ich war nur wieder zu schnell und zu ungeduldig. Das muss ich dringend üben, mehr Zeit vergehen zu lassen. Dem anderen mehr Zeit geben. 
Das ist sehr schwer angesichts dessen, was ich erlebt habe....
Aber ich werde es üben, trainieren !

Ich gehe nicht davon aus, dass jemand mich meint und bin dann überrascht. Sondern umgekehrt, oder besser : ich gehe davon aus, dass jemand 1000e Motive haben kann, etwas mit einem, mit mir anzufangen. 
Und dann überprüfe ich, ob mir das passt, ob es zu dem passt, was ich mir wünsche. Und da bin ich auch einen Schritt weiter gekommen. Ich wünsche mir, ganz einfach: Interesse an meiner PERSON.
Ich möchte nicht nur eine Funktion erfüllen, irgendeine Rolle, die mir im Lebenskonzept des anderen zugeschrieben wird.
Und ich möchte auch nicht nur als Dom gesehen werden, reduziert auf meine Neigung, sozusagen "partial-geliebt".

Davon kann -leider- im allgemeinen nicht ausgegangen werden. Andererseits sollte man sich aber auch offen halten für Überraschungen....
Wobei die Wahrscheinlichkeit, auf jemanden zu treffen, der sich von mir nicht unterbuttern lässt, sich nicht gleich verschrecken lässt von anstrengenden Kompliziertheiten, realistisch betrachtet, gegen NULL geht.

Eine weitere Variante wäre, "Partialliebe" zu akzeptieren.
Also, ein Freund zum Spielen, ein Freund zum Reden, ein Freund für Sex, ein Freund zum Zusammenleben, wobei die Verteilungen jetzt willkürlich gewählt sind.
Oder vielleicht einfacher: einen Freund, mit dem man Leidenschaft leben kann und Hingabe. Abgetrennt vom Alltag, als etwas Besonderes.

Oder, am weitesten verbreitet, man versucht sich an "Wiederbelebung der Leidenschaft" im Alltag, im Zusammenleben.

Oder, auch sehr weit verbreitet, man hakt das Thema "Leidenschaft" für sich ab. Aber so weit bin ich noch nicht, wie viele meiner Freundinnen im mittleren Alter....

Hm...was sagt mir das jetzt ?
Erst einmal, dass es x-Möglichkeiten gibt, glücklich zu sein mit einem anderen Menschen. Aber auch, dass es umso wichtiger ist, klar zu haben, was man sich wünscht, und im Zweifelsfall Alleinsein vorzuziehen.

Diesen Moment, in dem ich beschliesse, lieber allein zu sein, werde ich versuchen, in Zukunft etwas hinauszuzögern, damit der andere mehr Raum hat zum einen, und zum anderen, um mir selbst die Möglichkeit zu geben, überrascht zu werden. Das wird sehr schwer werden aufgrund des Horrors meiner Geschichte.

Falls mir das nicht gelingt, was im Bereich des Möglichen liegt, werde ich mir Gedanken machen müssen über ein Leben ohne Leidenschaft und Hingabe. Das wird auch sehr schwer werden.

Teufel oder Beelzebub sozusagen.

Aber - vielleicht gibt es ja noch ein Drittes, das sich zur Zeit noch ausserhalb meiner Wahrnehmung befindet.


Was garnicht geht, aber sowas von überhaupt nicht, ist der Spruch "Lass uns Freunde bleiben". Das ist bestenfalls eine Provokation, aber eher für mich ein Grund, Freundschaft als Option auszuschliessen. Vor allem dann, wenn es keine klärende Unterhaltung gegeben hat.
Oder schlicht ein "zurück-kränken". DAS könnte ich verstehen !
Aber ein Umschalten von jetzt auf gleich vom einen zum anderen, DAS kann ich nicht verstehen bzw ich verstehe es als ein "elegant loswerden wollen", also letztendlich doch als "zurück-kränken".
Jedenfalls erreicht man dadurch 100%, dass ich die Stacheln aufstelle. Als Absicht klappt das auch 100%. Glückwunsch !

2 Kommentare:

  1. Gut beschrieben. Spannendes Thema. Auch für mich. Ist es nicht die "uralte" Ambivalenz zwischen Nähe und Distanz? Vielleicht weiter verbreitet als wir glauben. Das richtige Maß miteinander zu finden, das ist unsere Herausforderung. Das Abenteuer. Sich hingeben, sich zurücknehmen, sich hingeben... Vielleicht finden sich mitunter Zwei, die dabei sind zu lernen, dass diese behutsame Pendelbewegung letztendlich der realistischere Wunsch ist als das kontinuierliche Miteinander. Womöglich kann manchmal gerade so die innige Nähe aufkommen, die Zwei sich wünschen.

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  2. "Pendelbewegung"...ein sehr schönes Bild....dem werde ich nachspüren...Danke.

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